Rachmaninow Sergei Wassiljewitsch

Rachmaninow Sergei Wassiljewitsch

* 1. April 1873 auf dem Landgut Semjonowo bei Staraja Russa im Gouvernement Nowgorod; † 28. März 1943 in Beverly Hills USA

Sergei Rachmaninow war das vierte von sechs Kindern aus der Ehe des Wassili Arkadjewitsch Rachmaninow und seiner Frau Ljubow Petrowna Butakowa. Er stammte aus einer Familie mit vielen Landgütern, die seine Mutter in die Ehe mitgebracht hatte. Aus Mangel an wirtschaftlicher Begabung führte der Vater alle Betriebe in den Ruin und die Familie musste mit grossen finanziellen Sorgen nach St. Petersburg ziehen. Dort trennten sich die Eltern später. Den zuvor erhaltenen Klavierunterricht durfte Sergei am St. Petersburger Konservatorium weiterführen, als er jedoch bei der Prüfung durchfiel, verlor er sein Stipendium. Ein Cousin erkannte das grosse Talent des Jungen und verhalf dem jungen Sergei zum Unterricht bei einem guten Musikpädagogen, Nikolai Swerew, am Moskauer Konservatorium. Swerew liess Sergei Rachmaninow bei ihm wohnen, verlangte kein Honorar für den Musikunterricht und bezahlte sogar die Kosten für den Deutsch- und Französischunterricht. Als Gegenleistung forderte er Disziplin und harte Arbeit im Musikstudium.
1888 begann Rachmaninow sich immer mehr dem Kompositionsstudium zu widmen und überwarf sich mit seinem Lehrer Swerew. Darauf zog er zu einer Tante und legte im Mai 1891 seine Abschlussprüfung am Moskauer Konservatorium ab. In der Abschlussprüfung im Fach Klavier spielte er unter anderem Beethovens Waldstein-Sonate und die Sonate in b-Moll von Chopin. Im Fach Komposition hatte er die Aufgabe, eine einaktige Oper zu schreiben und so entstand Aleko. Hierbei handelt es sich um eine Geschichte im „Zigeunermilieu“ mit Liebe, Leidenschaft und Tod, ganz im Stil der Cavalleria rusticana. Die Prüfungskommission war von dem Ergebnis so begeistert, dass sie ihm hierfür die „Grosse Goldmedaille“ verlieh. Uraufgeführt am 27. April 1893 im Bolschoi-Theater, brachte ihm die Oper nicht nur grosse Presseresonanz, sondern auch auswärtige Einladungen ein.

1902 heiratete er seine Cousine Natalja Alexandrowna Satina mit der er zwei Töchter hatte. Seine Frau war selber Klavierschülerin am Konservatorium und brachte ihm deswegen viel Verständnis für seinen Beruf entgegen. 1904 wurde Rachmaninow Dirigent des Bolschoi-Theaters, für dessen Leitung er grosse Anerkennung erhielt. Ab 1906 verbrachte die Familie viel Zeit in Dresden, wo sie auch ein Stadthaus kauften. Dort entstand auch die 2. Sinfonie op. 27 und die sinfonische Dichtung „Die Toteninsel“. 1909 kehrte Rachmaninow nach Russland zurück, unternahm aber noch eine ausgedehnte Konzerttournee nach Amerika. Der erste Weltkrieg zwang die Familie Rachmaninow, Russland zu verlassen. Eine Konzerteinladung nach Schweden war der Anstoss dazu, das Landgut zurückzulassen. In den USA fanden sie schliesslich Exil, dennoch konnte sich Rachmaninow dort nie einleben. Er genoss grossen Erfolg und finanzielle Unabhängigkeit, nahm auch kurz vor seinem Tode erst die Staatsbürgerschaft an, vorwiegend, um seiner Familie keine rechtlichen Probleme zu hinterlassen. In Amerika fehlte ihm die Inspiration, so dass er keine Kompositionen mehr verfasste.

1930 erwarb er in der Schweiz ein Grundstück am Vierwaldstättersee, wo er wieder zu komponieren begann. Die dort entstandene 3. Sinfonie fand nur mässigen Zuspruch beim Publikum. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges mussten die Rachmaninows auch die Schweiz verlassen und reisten erneut in die USA, wo sie sich auf Long Island niederliessen. Dort entstand auch das letzte Werk, die „Symphonischen Tänze“. Die vielen Reisen und der Zigarettenkonsum hatten ihre Spuren hinterlassen, Rachmaninow starb 1942 in Beverly Hills an Krebs. Er wurde, entgegen seinem Wunsch, in Russischer Erde bestattet zu werden, auf dem Kensico-Friedhof bei New York City begraben.

Werke und Lieder in unserem Repertoire: