Graupner Christoph

* 23. Januar 1683 in Kirchberg in Sachsen Deutschland; † 10. Mai 1760 in Darmstadt, Deutschland

Christoph Graupner erhielt seine erste musikalische Ausbildung durch seinen Onkel, den Organisten Nicolaus Küster, dem er nach Reichenbach im Vogtland folgte. Ab 1696 besuchte er die Thomasschule in Leipzig, wo Johann Schelle und dessen Nachfolger Johann Kuhnau seine Lehrer waren. Nach dem Jurastudium in Leipzig wurde er 1706 Cembalist an der Hamburger Oper. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, von denen zwei erhalten sind. Nach dreijähriger Tätigkeit als Cembalist an der Hamburger Oper unter Reinhard Keiser berief ihn Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt 1709 als Vizekapellmeister an den Darmstädter Hof. Dort wurde er 1712 Kapellmeister und komponierte bis 1719 hauptsächlich für die Oper, nach Schliessung des Hofopernhauses (1719) dagegen ausschliesslich Orchester-, Kirchen- und Kammermusik.
1722/23 bewarb er sich vor Johann Sebastian Bach erfolgreich um die Stelle des Thomaskantors in Leipzig in der Nachfolge des verstorbenen Kuhnaus, doch gelang es seinem Dienstherrn, ihn durch eine erhebliche Verbesserung der Bezüge bis zu seinem Tod in Darmstadt zu halten. Graupner selbst riet daraufhin den Leipzigern zu Johann Sebastian Bach: Er sei „ebenso stark auf der Orgel … wie erfahren in Kirchensachen und Capell-Stücken…“ – so engagierten sie schliesslich diesen Kandidaten – „da man nun die besten nicht bekommen könne…“, wie es resignierend im Protokoll des Rats der Stadt hiess.
Um 1754 erblindet, verstarb Graupner im Alter von 77 Jahren in Darmstadt und wurde mit allen und fürstlichen Ehren beigesetzt.

Werke
Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum grössten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in grossen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.

Lieder in unserem Repertoire:

  • Advents- und Weihnachtschoräle
  • Frohlocke, werte Christenheit