Rachmaninow; Ave Maria aus Ganznächtliche Vigil, Op. 37

Die Ganznächtliche Vigil, Opus 37, bildet den Höhepunkt seines kirchenmusikalischen Schaffens. Er widmete das Werk dem Gedächtnis des um die Kirchenmusikpflege hochverdienten Stepan Wassiljewitsch Smolenski (1848–1909), Direktor der Moskauer Synodalschule und als Professor für Kirchenmusik am Moskauer Staatskonservatorium Lehrer Rachmaninows. Nach der Komposition im Januar und Februar 1915 in Moskau wurde es am 10. März (im julianischen Kalender; nach dem gregorianischen Kalender 23. März) 1915 ohne die Nummern 1, 13 und 14 in Moskau mit dem Moskauer Synodalchor unter der Leitung von Nikolaj Michajlowitsch Danilin (1878–1945) im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzerts zugunsten russischer Kriegsopfer erstmals aufgeführt. Rachmaninow zählte das Opus 37 zu seinen besten Werken. Die Kompositionen fügen sich nahtlos und selbstverständlich in das strenge Reglement des russisch-orthodoxen Gottesdienstes. Sie schliessen ganz eng an die kirchenmusikalische Tradition an und scheinen in ihrer Inbrunst ein Stück des eigenen Empfindens des Komponisten zu repräsentieren, für den die langen Gottesdienste mit ihren machtvollen Chorgesängen wie für alle russisch-orthodoxen Christen zu den prägenden Kindheitserinnerungen gehörten. Den Schluss der Vesper bildet die Nr. 6, Ave Maria.