Pater Alberik Zwyssig, Komponist des Schweizerpsalm

Diligam te Domine, die Geschichte der Nationalhymne

Alberik Zwyssig erhielt im Sommer 1841 einen patriotischen Liedtext zur Vertonung. Der von seinem Zürcher Bekannten Leonhard Widmer (1809-1867) - Musikverleger, Journalist und Liederdichter - geschrieben wurde. Zwyssig wählte den Messgesang zum Psalmtext "Diligam te Domine" (Ich will Dich lieben, Herr), den er 1835 komponiert hatte. Die Anpassungen dauerten bis in den Herbst des Jahres 1841. Am 22. November 1841 probte Zwyssig zum ersten Mal mit vier Zuger Stadtbürgern seinen "Schweizerpsalm". 1843 erschien das neue Lied im "Festheft der Zürcher Zofinger für die Feier der Aufnahme Zürichs 1351 in den Schweizerbund". (Die Zofingia, der Zofingerverein, ist die älteste schweizerische Studentenverbindung.) Im selben Jahr wurde es am Eidgenössischen Sängerfest in Zürich erstmals öffentlich vorgetragen und vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Bei den Männerchören wurde der "Schweizerpsalm" schnell ins Repertoire aufgenommen. Dank Übersetzungen in französisch, italienisch und rumantsch umrahmte es bald patriotische Feiern in allen vier Sprachregionen der Schweiz.

Zwischen 1894 und 1953 lehnte der Bundesrat zahlreiche Vorstösse ab, dieses Lied zur offiziell gültigen Nationalhymne der Eidgenossenschaft zu ernennen, da dieser der Auffassung war, eine Nationalhymne solle nicht durch die Regierung eingeführt, sondern müsse vom Volk durch regelmässigen Gebrauch erwählt werden. Zu dieser Zeit war ein anderes Lied, "Rufst du, mein Vaterland", aber populärer als der "Schweizerpsalm", Es wurde in der Schule öfter gesungen und häufiger an politischen und militärischen Anlässen vorgetragen. Zumindest die Melodie ist noch heute den meisten bekannt, da der Text auf der englischen Hymnenmelodie "God save the Queen (King)" gesungen wurde.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts führte dies durch die Intensivierung der internationalen Kontakte zu teils peinlichen Situationen beim Abspielen der identischen Nationalhymnen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Englands.


Schweizerpsalm
Deshalb beschloss der Bundesrat im Jahre 1961, den "Schweizerpsalm" zur provisorischen aber doch zur offiziellen Nationalhymne zu ernennen. Nach dreijähriger Probezeit sprachen sich zwölf Kantone zugunsten des "Schweizerpsalms" aus, sieben wünschten für eine verlängerte Probezeit, und sechs lehnten diese Nationalhymne ab. Trotz dieses mehr als zwiespältigen Ergebnisses wurde 1965 der provisorische Status des "Schweizerpsalms" als Nationalhymne auf unbestimmte Zeit bestätigt. Dieses Provisorium liess der Bundesrat erst 10 Jahre später fallen. Dies aber nicht ohne sich die Option, diese Entscheidung zu revidieren, offenzuhalten. In den Folgejahren wurden mehrere Vorschläge für einen neue Nationalhymne eingereicht. Keine der neuen Kompostionen konnte jedoch annähernd so viele Stimmen auf sich vereinen wie der "Schweizerpsalm". Schliesslich erklärte der Bundesrat am 1. April 1981 den "Schweizerpsalm" als Nationalhymne der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Begründung: Der Schweizerpsalm ist ein rein schweizerisches Lied, würdig und feierlich. So wünsche sich eine Grosszahl unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Landeshymne.

1. Strophe
Trittst im Morgenrot daher,
Seh' ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

2. Strophe
Kommst im Abendglühn daher,
Find' ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen!
Denn die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

3. Strophe
Ziehst im Nebelflor daher,
Such' ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde
Tritt die Sonne klar und milde,
Und die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

4. Strophe
Fährst im wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

 

Turmbläser-Messe von Limbacher Fridolin

Er hat die Turmbläser-Messe nach originalen Instrumentalsätzen des 16. und 17. Jahrhunderts geschrieben. Die Ordinariumstexte sind in Deutsch und Lateinisch geschrieben. Das Werk ist für einen vierstimmigen gemischten Chor, Gemeinde und Bläser oder Orgel.

- Kyrie: eine Pavane von Tilman Susato aus 1543
- Gloria: zwei festliche Intraden von Johann Pezelius aus 1685
- Sanctus und Benedictus: ein Ballo von Johann Pezelius aus 1685
- Agnus Dei: dieselbe Pavane von Tilman Susato, die schon im Kyrie erklingt.

Bei der Aufführung dieser Messe wechseln verschiedene Klanggruppen miteinander ab und unterstützen sich gegenseitig. Der vierstimmige gemischte Chor hat eine dankbare künstlerische Aufgabe in der Technik der alten Meister zu leisten.
Die Aufführbarkeit der „Turmbläser-Messe" in Verbindung mit dem Volksgesang macht keine Schwierigkeiten, da der Chor bei diesen Stellen mit der Gemeinde unisono singt. Erst bei den Wiederholungen wird der Klang durch den vierstimmigen Chorsatz angereichert.

Locus iste, dieser Ort, sind die Anfangsworte der Motette in C-Dur. Bruckner hat diese Motette für einen vierstimmigen gemischten Chor komponiert. Locus iste wird a capella aufgeführt. Das Werk wurde für die Einweihung der Votivkapelle im Mariä-Empfängnis-Dom in Linz im Jahre 1869 kompomiert. Leider wurde das Werk erst am 29. Oktober 1869 uraufgeführt. Der Text ist der Zwischengesang (Graduale) für das Kirchweihfest und wird heute noch gerne zu diesem Anlass gesungen.

Locus iste a Deo factus est; Dieser Ort ist von Gott geschaffen.