Schubert; Messe Nr. 4 in C-Dur

Die Messe in C-Dur D 452 schrieb der Neunzehnjährige Schubert im Sommer 1816. Von der äusseren Struktur her handelt es sich um eine missa brevis. Widmungsträger war sein erster Lehrer, der damalige Lichtentaler Chorregent und Organist Michael Holzer (1772-1826). Wie alle frühen kirchenmusikalischen Werke ist auch diese Messe für die Lichtentaler Pfarrkirche geschrieben und dort vermutlich auch aufgeführt worden, obwohl schriftliche Aufzeichnungen darüber fehlen. Schuberts Jugendliebe Therese Grob dürfte dabei das Sopransolo gesungen haben. Eine weitere Aufführung zu Lebzeiten des Komponisten ist kurz nach der Veröffentlichung des Stimmenmaterials für den Spätsommer 1825 nachgewiesen.

Die ursprüngliche Besetzung in Schuberts Autograph umfasst nur 2 Violinen und Violoncello oder Kontrabass mit Orgelcontinuo, also das aus der Kirchenmusik der Zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannte „Wiener Kirchentrio“. In den Vokalstimmen sind 4 Solisten und Chor (SATB) vorgesehen. Später wurden im Autograph und der Abschrift noch von Schubert 2 Trompeten und Pauken ad libitum ergänzt sowie in der Abschrift 2 Oboen oder Klarinetten ebenfalls ad libitum von seinem Bruder Ferdinand hinzugefügt. Damit wurde dem Wunsch Rechnung getragen, das in der Originalbesetzung auch mit bescheidenen Mitteln aufführbare Werk auch für feierliche Anlässe einsetzen zu können.

Das Fehlen einer Bratschenstimme ist für die Entstehungszeit ungewöhnlich, da diese damals bereits schon für die Streicher obligat geworden war. Das Orgelcontinuo ist als bezifferter Bass ausgeführt, ein Umstand, in dem man das Nachwirken der kirchenmusikalischen Traditionen des 18. Jahrhunderts erkennen kann, und der dieser Messe gelegentlich auch den Beinamen Lichtentaler Generalbass-Messe eingebracht hat.